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Einsam; alle Beide irgendwie

Ich versuchte mit Hilfe von Ärzten und Therapeuten, gesundheitlich wieder auf die Beine zu kommen. Aber das war ganz und gar nicht einfach. Ich fühlte mich einsam und verlassen. Heute verstehe ich, dass ich selbst die Trennung herbei geführt hatte. Damals verstand ich die ganze Welt nicht mehr. Es war aber auch eine seltsame Situation. Mein Mann versicherte mir immer wieder, dass er mich nach wie vor liebte, dass er bereit sei, alles zu vergessen und dass wir eine gemeinsame Zukunft haben könnten, wenn ich nur wollte. Meine große Liebe hielt sporadischen Kontakt zu mir, wollte aber nach wie vor nicht über seine Gefühle und Gründe sprechen. ich spürte deutlich, dass er mich liebte, traurig war. Aber es gab nicht im Ansatz eine Chance, das Problem zu lösen. Jeder Versuch, ihn zum Reden zu bringen, scheiterte. Ich machte ja immer noch ihn für die Situation verantwortlich. Wie groß mein Anteil daran war, habe ich erst viele Monate später begriffen. Meine Familie und Freunde waren für mich da. Und trotzdem fühlte ich mich allein. Weil ich niemandem begreiflich machen konnte, wie ich mich fühle. Sein nach Außen getragenes Verhalten trug dazu bei, dass jeder in ihm die Ursache für die Trennung sah und niemand konnte verstehen, dass ich weiter um ihn kämpfen wollte. Man sah es als selbstverständlich an, dass ich mich mit aller Kraft der Rettung meiner Ehe widmete. Aber auch das war nicht so einfach, wie sich das alle vorstellten. Mein Mann wollte weder über die Zeit der Trennung sprechen und auch die Gründe, warum ich unglücklich war in unserer Beziehung hörte er sich zwar an, sah sie aber nicht so wie ich. Trotzdem erklärte er sich bereit, etwas zu ändern, wenn es nötig war, um zusammen bleiben zu können. Und irgendwann war dann auch ich an dem Punkt, dass ich bereit war zu glauben, dass es möglich war. Es war ja nicht so, dass er mir egal war. Aber sein Alkoholkonsum, seine Sprach- und Antriebslosigkeit waren Probleme, die verschwinden mussten. Er versprach, daran zu arbeiten und ich hatte beschlossen, es zu versuchen. Und ER ? plötzlich zog er sich vollkommen zurück; war für niemanden mehr zu sprechen. Weder für mich, noch für Freunde. Selbst engste Vertraute von ihm kamen nicht mehr an ihn heran und auch seine Tochter bekam keine Antwort auf Mails und Nachrichten auf der Mailbox. Niemand konnte sich sein Verhalten erklären. So kannte man ihn nicht. Probleme hatte er immer offensiv bearbeitet. Er trieb sich so in eine Isolation, denn irgendwann waren die Menschen, denen er wichtig war, enttäuscht von ihm und sogar wütend. Heute habe ich den Verdacht, dass er sich zurück zog, weil er tief verletzt war. Dass ich irgendwann aufgab und zu meinem Mann zurück ging, hat das Fass wohl zum Überlaufen gebracht. Es scheint mir heute völlig klar : wir liebten uns, konnten aber den Weg zueinander nicht finden, weil jeder von uns den Anderen für die Trennung verantwortlich machte. Wir hatten so viel in diese Beziehung investiert, so viel Hoffnung gehabt und scheiterten schlussendlich an uns selbst.

7.4.14 10:49

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